Einsatzberichte

MAI 2026, Dr. med. Josef Bürki

Im Mai 2026 durfte ich erneut einen medizinischen Einsatz in Tansania leisten. Einmal mehr wurde mir bewusst, wie bereichernd und zugleich wichtig diese Zusammenarbeit ist. Während einer Woche arbeitete ich als Arzt im Charlotte Hospital in Sanya Juu im Rahmen des Engagements von Kesho Njema Africa. 


Das Charlotte Hospital übernimmt eine zentrale Aufgabe für die medizinische Versorgung der Bevölkerung der Region. Viele Patientinnen und Patienten stammen aus umliegenden ländlichen Gebieten und nehmen lange Wege auf sich, um medizinische Hilfe zu erhalten. Während meines Aufenthaltes arbeitete ich eng mit den lokalen Ärztinnen, Ärzten und Pflegefachpersonen zusammen. Die medizinische Tätigkeit umfasste ambulante Konsultationen, klinische Untersuchungen sowie die Betreuung unterschiedlichster Krankheitsbilder und Teaching. 


Neben der direkten medizinischen Arbeit standen diesmal auch verschiedene organisatorische und infrastrukturelle Aufgaben im Mittelpunkt. Ein wichtiger Schwerpunkt war die Unterstützung und Organisation von Stipendien für Ärztinnen, Ärzte und Pflegefachkräfte. Gut ausgebildetes medizinisches Personal ist eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung. Investitionen in Aus- und Weiterbildung wirken langfristig und stärken die lokale Eigenständigkeit. 

Zudem konnten praktische Verbesserungen im Spitalalltag begleitet werden.  

Dazu gehörte die Instruktion und Anlage von Gipsverbänden bei entsprechenden Verletzungen sowie einige infrastrukturelle Arbeiten am Gebäude. Nach Schäden infolge der Regenzeit musste ein defekter Teil des Spitaldaches repariert werden, um die Funktion und Sicherheit der Einrichtung langfristig sicherzustellen. 

Ein weiterer wichtiger Schritt betraf die Hygiene im Spitalbetrieb: Eine von uns gespendete Wäschemangel konnte installiert und in Betrieb genommen werden. Verbesserte Aufbereitung und Handhabung der Wäsche tragen wesentlich zu Hygiene, Arbeitsabläufen und Qualität der Patientenversorgung bei. Oft sind es gerade solche scheinbar kleinen Verbesserungen, die im Alltag einen grossen Unterschied bewirken. 

Beeindruckend bleibt die Arbeit unter begrenzten Ressourcen. Diagnostische und therapeutische Möglichkeiten unterscheiden sich deutlich von den Bedingungen, die wir aus der Schweiz kennen. Umso mehr zeigte sich erneut die Bedeutung klinischer Erfahrung, Flexibilität und pragmatischer Lösungen.  

Gleichzeitig beeindruckte mich das grosse Engagement des lokalen Teams. 

Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeitenden des Charlotte Hospital für die herzliche Aufnahme und die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Ebenso danke allen Unterstützerinnen und Unterstützer von Kesho Njema Africa. Auf Grund meiner persönlichen Präsenz vor Ort kann ich sicherstellen, dass jede Spende dort eingesetzt wird, wo Hilfe besonders notwendig ist. 

Solche Einsätze zeigen, dass nachhaltige Hilfe weit über kurzfristige medizinische Betreuung hinausgeht: Sie lebt von langfristigen Beziehungen, gegenseitigem Lernen und konkreten Verbesserungen vor Ort.